Migräne hat was mit Ernährung zu tun?

Für Personen, die unter Migräne leider, ist das eindeutig, Ernährung und Migräne sind sehr eng miteinander verknüpft, berichtet viele Patient:innen. Zwei Drittel der Migränepatient:innen geben an, dass sie einen Zusammen zwischen Ernährungsfaktoren und dem Auftreten von Migräneanfallen bemerken (1). Insbesondere bestimmte Lebensmittel wie Käse, Schokolade oder Zitrusfrüchte sollen demnach häufig Migräneanfälle auslösen (2,3).

Auf Expertenseite ist das weniger klar, da es derzeit noch kein klares Verständnis über den Zusammenhang gibt und Studien nicht immer klare Ergebnisse ergeben, insbesondere zu der Frage, ob Nahrungsmittel Migräneattacken triggern (4).

Die Experten von Perfood klären auf!

Für den Anfang: Was ist Migräne?

In Deutschland sind bis zu neun Millionen Menschen von Migräne betroffen. Also fast jeder zehnte. Bei den Frauen sogar jede fünfte.

Migräne ist die häufigste und wichtigste Kopfschmerzerkrankung. Aber es ist nicht nur der Kopfschmerz, der die Betroffenen plagt. Migräne ist eine schwere neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden, teilweise mehrtägigen Attacken. Die heftigen Migräneanfälle bedeuten für die Betroffenen erhebliches persönliches Leid und eine verminderte Lebensqualität: So sind sie während eines akuten Migräneschubes häufig nicht in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen. Sie ziehen sich in einen abgedunkelten Raum zurück, oft verängstigt durch Seh- oder Sprachstörungen. Für 45 % der Betroffenen bedeutet die Erkrankung ein eingeschränktes Familien- und Sozialleben.

Wie entstehen Migräneanfälle?

100% geklärt ist das noch nicht. Es gibt hier noch viel Bedarf für wissenschaftliche Studien. Allerdings werden drei Aspekte als wichtige Teile bei der Entstehung angesehen: Entzündung und Zellstress, Durchblutung und Energieversorgung.

Es zeigt sich in Studie, dass betroffenen Gehirnareale von Migränepatient:innen Entzündungszeichen aufweisen (5). Dabei spielen auch sogenannter oxidativer Stress eine Rolle (6). Bei der Regulation dieser Prozesse spielen Neuropeptide wie das CGRP eine Rolle, hier setzen auch die neuen Medikamente gegen Migräne an (CGRP-Antikörper-Spritzen)

Zum anderen ist die Durchblutung der schmerzauslösenden Nervenfasern immer wieder Teil wissenschaftlicher Berichte. Hier setzen z.B. auch die Triptane an, die bei der Medikamentenbehandlung eingesetzt werden (7).

Energiemangel der zentralen Nervenzellen ist nach neuesten Erkenntnissen ebenfalls ein wissenschaftlich heiß diskutiertes Problem, welches zu der Entstehung von Migräneattacken führen kann (8).

Wie hängt Ernährung mit der Entstehung von Migräneanfällen zusammen?

Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass eine Ernährung, die hohe Blutzuckerspitzen verursacht, ein weiterer Faktor für die Entstehung von Migräne ist. Ganz entscheidend dabei ist, dass Energiedefizite im Gehirn als bedeutende Ursache für Migräneanfälle gelten. Hintergrund ist, dass das Gehirn nicht über ausreichend eigene Energiespeicher verfügt und deshalb auf die im Blutkreislauf verfügbare Glukose angewiesen ist. Paradoxerweise fällt jedoch unser Blutzucker- bzw. -Glukosespiegel nach einer kurzfristigen Blutzuckersteigerung unter das Ausgangsniveau und löst genau solch ein Energiedefizit im Gehirn aus (b in der Abbildung) (9). Wenn also beispielsweise Reis Ihren Blutzuckerspiegel stark in die Höhe treibt, fällt er anschließend so extrem ab, dass Ihr Gehirn einen Schutzmechanismus in Gang setzt. Er wechselt in eine Art Energiesparmodus und könnte schließlich eine Zwangspause in Form eines Migräneanfalls produzieren.

Aber auch die Neuropeptide, die Migräne auslösen werden durch den Blutzucker beeinflusst (v.a. bei Abfall, c in der Abbildung) und Blutzuckerspitzen (a in der Abbildung) gelten als Antreiber für Entzündungen (10,11).

So zeigt sich, dass Ernährung und Migräne vor allem über die Blutzuckerreaktionen, die nach dem Essen entstehen, zusammenhängen. Die Blutzuckerreaktionen sind also zentral bei der Entstehung von Migräneattacken.

Was kann man mit Ernährung gegen Migräne unternehmen?

Mit der richtigen Ernährung, die den Blutzuckerspiegel möglichst stabil hält, können Migräneanfälle verhindert werden. Ein stabiler Blutzucker stellt sicher, dass gleichmäßig Energie für die Nervenzellen zur Verfügung steht, Entzündungsprozesse reduziert werden und die Neuropeptide ausgeglichen werden. So zumindest der aktuelle Erklärungsansatz. Klar ist, dass viele Patienten berichtet, dass nach Einhaltung von Blutzucker-stabilisierenden Ernährungsempfehlungen die Intensität, Dauer und Häufigkeit von Migräneattacken reduziert war. Das zeigte sich einer Studie mit einer Standarddiät (12) als auch bei Perfood-Untersuchungen (13). Die 49 Personen mit Migräne, die teilgenommen haben, berichteten eine durchschnittliche Reduktion der Migränetage um ca. 63%. Drei von vier berichteten, dass die Migränetage wenigstens halbiert waren. Zusätzlich waren die Beeinträchtigung des Alltagslebens deutlich reduziert. Diese Daten wurden gerade von unserem Wissenschaftlerteam auf dem jährlichen Kongress der Neurologen vorgestellt. Schaut Euch bei Interesse das interaktive Poster an:

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